Lean und Green

Wie zusammenwächst, was zusammengehört

Ich glaub, ich bin auf’m Bauernhof

Endlich, so werden Sie denken, endlich gibt’s mal wieder ein neues Thema. Eines, das in aller Munde ist. Die nächste Sau also, die durchs Dorf getrieben wird. Lasst uns „Lean“ und „Green“ verheiraten – herzlich willkommen auf dem gedanklichen Bauernhof!

Und doch stellt sich die Frage, ob das wirklich nur eine sprichwörtliche Sau ist, oder ob sich dahinter etwas mehr versteckt. Passen die Prinzipien zusammen? Gibt es einen echten Mehrwert?

Fangen wir mit der Grundphilosophie an. Lean hasst Verschwendungen. Die bekanntesten sind sicher die „Muda“, die sieben Arten der Verschwendung. Und natürlich erfordert jede Lean-Verschwendung zumindest indirekt auch einen höheren Energieeinsatz. Denken Sie nur an zu hohe Bestände, in denen Energie zur Herstellung steckt, die aber alles andere als wertschöpfend genutzt wird.

Daneben gibt es „Muri“ – Überlastung in der Produktion, die zu Übermüdung bei Mensch und Material führt. Und auch hier zeigt sich bspw., dass Werkzeuge, die dauerhaft zu stark belastet werden, nicht nur schneller verschleißen, sondern die Maschinen insgesamt auch mehr Energie verbrauchen.

Schließlich gibt es „Mura“ – nicht oder schlecht abgestimmte Kapazitäten in der Produktion („Unausgeglichenheit“). So entsteht bspw. Wartezeit (also Lean-Verschwendung). Und siehe da: Auch eine wartende Maschine verursacht durch Standby-Zeiten Energieverschwendung.

Bis hier kann ich also feststellen, dass es erste Indizien gibt, dass beide Prinzipien zusammen passen.

Also gehen wir eins weiter.

Also geht es einen Schritt weiter, weg von der übergeordneten, fast schon grundlegend-philosophischen Ebene. Schauen wir gemeinsam in eine strategische Ebene der Produktion.

Viele Unternehmen befassen sich damit, Methoden, die sie für eine Verschlankung der Produktion einsetzen, zu systematisieren und einheitlich zu beschreiben. Diese Methodensammlung wird oft als „Ganzheitliches Produktionssystem“ (GPS) bezeichnet. Prominente Vertreter eines GPS sind in Deutschland etwa Porsche oder die Trumpf-Gruppe. Das berühmteste Produktionssystem besitzt wohl Toyota. Und auch hier gibt es einen Ansatzpunkt, beide Prinzipien erfolgreich zu verknüpfen: Bspw. können im GPS Methoden hinterlegt werden, über die der Ressourcen- und Energiebedarf reduziert werden kann. Weiterhin kann Energie in einem übergeordneten Managementsystem verankern werden (bspw. neben Qualitäts- und Umweltaspekten).

Mithin weitere Indizien, dass beide Prinzipien zueinander passen.

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Wie funktioniert es nun konkret?

Lassen Sie uns schließlich in eine operative Ebene schauen. Hier geht’s um einzelne Methoden – können sich hier Lean und Green unterstützen? Hier gibt es einige Beispiele:

  • Wertstrom: Diese Material- und Informationsflussaufnahme kann um Ressourcendaten wie den Energieverbrauch erweitert werden. Zuerst wurde diese Idee im deutschen Sprachraum vom Fraunhofer IAO in Stuttgart aufgeworfen.
  • Total Productive Maintenance (TPM) meint, dass Maschinen vorbeugend gewartet werden – nicht erst nach dem sprichwörtlichen „Maschinenzusammenbruch“. Interessanterweise verbrauchen Maschinen, an denen TPM durchgeführt wird, oft bis zu 10% weniger Energie, wie Vorher-Nachher-Vergleiche zeigen.
  • Single Minute Exchange of Die (SMED) versetzt Unternehmen in die Lage, in kürzester Zeit zu rüsten. Dadurch steht die Maschine kürzer, es wird mehr produktive Zeit eingesetzt. Gleichzeitig wird der Energieverbrauch für Wertschöpfung genutzt – hier passt‘s also wieder zusammen.
  • KVP-Boards dienen dazu, strukturiert Verbesserungspotenziale zu sammeln und den Fortschritt bei deren Bearbeitung zu dokumentieren. Solche Boards sollten um Energie erweitert werden. Damit wird eine zusätzliche Verschwendung erfasst und optimiert.

Muda-Walks sind Beobachtungsrunden in der Produktion, um Verschwendung zu suchen. Hier kann ein zusätzliches Augenmerk auf Verschwendungen von Ressourcen gesetzt werden. Häufig finden sich Ansatzpunkte für Verbesserungen.

Nun kommen wir mal zum Punkt.

Kommen wir nach diesen Ausführungen zum Punkt. Wo ist nun der Vorteil, beide Prinzipien gemeinsam zu betrachten?

Im Kern ist es wohl, dass man damit zu einer umfassenderen Betrachtung der Produktion kommt: Die Prozessexperten aus der Lean-Welt werden unterstützt durch die eher technische Sichtweise der Ressourcenexperten.

Damit entsteht ein klarer Unterschied (und übrigens auch Mehrwert) zu reinen Energieberatern, die prozess- und organisationsbezogene Stellhebel ganz einfach übersehen.

Insofern kann (zumindest ich) einen klaren Mehrwert in der gedanklichen Sau erkennen – „Lean“ und „Green“ ergänzen und potenzieren sich. Sind Sie der gleichen Meinung?

GREAN GmbH



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