Auslöser einer Fabrikplanung

Welche Ursachen eine Planung besitzt und wie Sie damit umgehen.

Lesedauer: 3 min.

Eine Fabrik zu planen, ist für viele Unternehmen eine sehr seltene, wenn nicht einmalige Aufgabe. Die Ursachen, warum ein Planungsprojekt „entsteht“ sind vielfältig. So können bspw. neue Produkte in den Markt eingeführt werden, es gibt ein Wachstum und die Kapazitätsgrenzen sind erreicht oder die geforderte logistische Performance der Produktion kann in den bestehenden Strukturen nicht mehr sicher erreicht werden.

Schnell stellt sich die Frage, welche Punkte im Rahmen eines Fabrikplanungsprojektes besondere Wichtigkeit erhalten, wenn bestimmte Planungsauslöser vorliegen. Gibt es dort einen Zusammenhang? Im Folgenden möchten wir daher einige Ideen geben, wie Sie bestimmte Auslöser einer Fabrikplanung mit der richtigen Herangehensweise verbinden – um den Erfolg des Planungsprojektes sicherzustellen.

Planungsursachen innerhalb der Fabrik

Diese haben wir meist als „positive Treiber“ kennengelernt: Es gibt ein Wachstum im Markt, das über die bestehenden Kapazitäten nicht mehr abgebildet werden kann, es gibt neue Produktionstechnologien, die in die Fabrik implementiert werden. Natürlich kann es aber auch „negative Treiber“ einer Fabrikplanung geben: Die erreichte Effizienz ist gering, weil die Fabrikstrukturen verkrustet sind. Wege im Werksgelände sind nicht mehr nachvollziehbar und zu lang, weil die Fabrik im Zeitverlauf generisch gewachsen ist. Es gibt Verschwendung in den Prozessen oder eine deutliche Abweichung von gesetzten logistischen Zielen. Dann muss eine Fabrik neu geplant werden, um die Zukunft zu sichern.

Dann entsteht eine typische Reorganisationsplanung, die auch „Braune-Wiese-Planung“ genannt wird. Dabei sind die Gestaltungsfreiheiten in der Regel begrenzt, weil ja die Fabrik als solches bestehen bleibt. Es gibt Restriktionen, die im weiteren Verlauf der Planung beachtet werden müssen.

Um dennoch das Meiste aus der Planung herauszuholen, ist folgendes besonders wichtig:

  • Klare Benennung der Ziele für die Fabrik: Zeichnen Sie ein deutliches Zukunftsbild Ihrer Fabrik. Wofür soll Ihre Produktion stehen? Welche Ziele scheinen sinnvoll für Ihr Unternehmen? Und wie können Sie diese Ziele dann in der bestehenden Fabrikstruktur erreichen?
  • Faire Einschätzung der bestehenden Stärken und Schwächen: Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Kann Ihre Fabrik die gesetzten Ziele im Rahmen einer Reorganisationsplanung erreichen? Oder gibt es Restriktionen, die Sie einfach hindern werden, ein Zielfeld komplett zu erreichen? Diese Ehrlichkeit ist notwendig, damit Sie am Ende des Projekts fair den Erfolg bewerten können.
  • Restriktionen sind dazu da, nicht mehr im Wege zu stehen: Hinterfragen Sie bestehende räumliche Situationen mehrmals – wir haben die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Punkte, die anfangs unveränderlich schienen, nach dem fünften „Warum?“ doch nicht mehr unveränderlich waren.

Bedenken Sie außerdem: Heute ist es wichtig, dass neue Zielgrößen in einer Fabrik erreicht werden. Es reicht nicht mehr aus, nur technische Ziele wie eine hohe Prozess- und Anlageneffizienz zu definieren. Auch Zielgrößen, die das „soziale System Fabrik“ adressieren, sind wichtig, damit Mitarbeiter zum Innovationstreiber werden können, Prozesse kontinuierlich hinterfragen und dann verbessern, über einen langen Zeitraum an Sie gebunden sind und Sie attraktiv gegenüber neuen Bewerbern sind. Dafür müssen Sie ggf. auch bestehende Organisations- und Raumanforderungen in Frage stellen. HIER finden Sie mehr zu diesem Thema.

Planungsursachen innerhalb des gesamten Unternehmens

Neben diesen Auslösern aus der Fabrik existieren auch Planungsauslöser, die im „Großen und Ganzen“ des Unternehmens ihre Ursache haben. Beispiele für auslösende Planungstreiber sind etwa die Änderung der Unternehmens-Strategie durch die Einführung eines Leitwerks, das dann auf andere Fabriken abstrahlen soll oder eine globale oder überregionale Neuaufteilung von Wertschöpfung im Produktionsnetz. Weitere Beispiele umfassen den Zukauf von Fabriken, die vormals von anderen Unternehmen betrieben wurden und die dann in den eigenen Unternehmens-Standard gebracht werden müssen.

Für all diese unterschiedlichen Planungsfälle empfehlen wir Ihnen zu Beginn eine klare und nüchterne Bestandsaufnahme, welche Flächen an welchem Ort im Produktionsnetz verfügbar sind und welche Anforderungen diese erfüllen können (bspw. in Bezug auf die Verfügbarkeit von Wachstumsflächen, aber auch auf technische Fragen wie nutzbare Höhe, Traglasten, aber auch Anforderungen an Technische Gebäudeausstattung, etc.). Auf diese Weise entsteht ein „globales Raumbuch“, mit dem Sie die Anforderungen der verteilten Produktion vergleichen können.

Unternehmensexterne Planungsursachen

Sicherlich haben wir die wichtigsten Kategorien schon benannt. Um die Aufzählung abzuschließen, gibt es aber noch Auslöser einer Fabrikplanung, deren Ursache nicht im eigenen Unternehmen liegen. Stellen Sie sich vor, dass völlig veränderte Marktsituationen – bspw. getriggert durch wirtschaftspolitische Entscheidungen – auftreten. Sofort kann dies nach sich ziehen, dass die Produktion näher am Absatzmarkt stattfindet („Local Content“). Als weiteres Beispiel lassen sich Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden, anführen. Dies kann zu Verlagerungen führen, weil dann möglicherweise auch Arbeitskosten reduziert werden können.

Unsere Empfehlung für diese Planungsfälle: Beginnen Sie wiederum mit einer klaren Zieldefinition: Was wollen Sie mit der Fabrik erreichen? Wofür soll sie stehen? Nur, wenn Sie das klar definiert haben, können Sie auch die Ziele erreichen. Denn wer in die falsche Richtung läuft, dem hilft auch das schnellste Pferd nichts.

Viel Erfolg bei Ihrem Planungsvorhaben!

GREAN GmbH



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