Durchführung von Energieaudits

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Durchführung von Energieaudits für Großunternehmen verpflichtend – Anwendung auch in kmU möglich

Seit dem Jahr 2015 gibt es wesentliche Veränderungen für eine Großzahl von Unternehmen in Deutschland und der gesamten EU. Der Gesetzgeber hat die verpflichtende Durchführung von sog. Energieaudits für Unternehmen aller Branchen bis Ende 2015 eingeführt.

Was ist ein Energieaudit?

Basis der Energieaudits ist die EU-Energieeffizienz-Richtlinie, die in deutsches Recht umgesetzt wurde. Dazu ist das Energiedienstleistungs-Gesetz novelliert worden. Ab diesem Zeitpunkt ist für alle Unternehmen einer bestimmten Größenordnung – allerdings unabhängig ihrer Branche – die Durchführung eines Energieaudits vorgeschrieben.

Ein Energieaudit ist eine „systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs (…) einer Organisation mit dem Ziel, (…) das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren“ – so heißt es in der Richtlinie DIN 16247, Teil 1 vom Juli 2012. Das Ziel ist es also, Unternehmen systematisch auf Verbesserungspotenziale zu durchleuchten und darüber strukturiert zu berichten.

Wie ist die Norm aufgebaut?

Umgesetzt ist das Energieaudit in der DIN-Norm 16247, die aus fünf Teilen besteht. Wichtigster Teil ist der erste Part 1: „Allgemeine Anforderungen“. Dort ist neben Begrifflichkeiten geregelt, welche Anforderungen an den Ablauf des Energieaudits selbst gelegt werden. Inhaltlicher Kern dieses ersten Teils ist aber die Beschreibung des Ablaufs des Energieaudits. Daneben gibt es vier weitere Teile, die eine Detaillierung anbieten. Im zweiten Teil wird die Durchführung von Energieaudits in Gebäuden geregelt, in den Teilen 3 und 4 stehen Hilfen für die Durchführung von Energieaudits im Bereich (Produktions-)Prozesse und Transport bereit. Der letzte Teil detailliert die Anforderungen, die an den Auditor gestellt werden.

Wie läuft ein Energieaudit ab?

Nach einem Auftakt (sog. „einleitender Kontakt“ und „Auftaktbesprechung“) werden in der Datenerfassung zahlreiche Informationen wie der Energieverbrauch, die Verteilung des Verbrauchs auf einzelne Verbraucher oder Parameter, die den Energieverbrauch beeinflussen, erfasst. Diese Daten werden in einem vierten Teil, dem sog. Außeneinsatz, vor Ort validiert. Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild über den IST-Zustand des Energieeinsatzes und -verbrauchs in der Organisation zu erstellen. Auf dieser Basis muss der Auditor erste Verbesserungsvorschläge generieren. Es ist das Ziel, werthaltige Verbesserungspotenziale abzuleiten. In der folgenden Analyse wird die bestehende Situation der energiebezogenen Leistung als sog. Ausgangsbasis festgestellt und bspw. mit geeigneten Kennzahlen oder mit einer Energiebilanz beschrieben. Auf dieser Grundlage werden auch weiterführende Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz abgeleitet. Die Ergebnisse der Untersuchung müssen in einem Bericht zusammengefasst und in einer Abschlussbesprechung an den Auftraggeber übergeben werden.

Wer kann Energieauditor sein?

Als Energieauditor kommen sowohl Interne als auch Externe in Betracht. Energieauditoren müssen aufgrund ihrer Ausbildung und praktischen Erfahrung über Fachkunde zur Durchführung des Energieaudits nach DIN EN 16247 1 verfügen. Die Fachkunde erfordert den Abschluss eines Hochschul- oder Fachhochschulstudiums einschlägiger Fachrichtungen, eine Qualifikation als staatlich geprüfter Techniker einschlägiger Fachrichtungen oder einen Meisterabschlusses sowie eine mindestens dreijährige hauptberufliche Tätigkeit in der betrieblichen Energieberatung.

Für wen ist ein Energieaudit wichtig?

Alle Branchen, also auch nicht-produzierende Unternehmen, sind verpflichtet, ein Energieaudit bis zum Dezember 2015 durchführen. Dies betrifft Unternehmen in der gesamten EU. Erstmals kommen damit also auch bspw. Banken, Stadtwerke, Versicherungen, Handelshäuser oder Krankenhäuser unter Zugzwang. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 50.000 Organisationen betroffen sein könnten.

Lediglich KMU haben keinen Zwang, ein Energieaudit durchzuführen. Hier gilt die enge Definition der EU, ab wann ein Unternehmen kein KMU mehr ist (Faustregel: ab 50 Mio. € Umsatz und 250 Mitarbeitern ist das Unternehmen kein KMU mehr). Allerdings können auch KMU das Energieaudit nutzen, bspw. als Ersatz für das sog. „Alternative System“ der Spitzenausgleichs-Effizienzsystemverordnung.

Gibt es Alternativen zum Energieaudit?

Organisation, die über ein gültiges Zertifikat nach ISO 50001 oder nach EMAS verfügen, müssen kein Energieaudit durchführen.


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